Fragen und Infos

Die AmH-Initiative und das überregionale AmH-Bündnis

Was ist das Ziel einer AmH-Initiative?
Das Ziel einer AmH-Initiative ist es, die Wahl zur „Klimawahl“ zu machen. Dazu gehört u.a. Klimaschutz als Wahlthema zu stärken, die Wahlbeteiligung zu erhöhen und Einfluss auf Parteien und Kandidaten zu nehmen. Langfristig soll die AmH-Initiative als wachsendes Aktions-Bündnis die Forderungen kontinuierlich an die regionale Politik herantragen. Darüber hinaus unterstützt die AmH-Initiative das überregionale AmH-Bündnis.

Worin unterscheidet sich die AmH-Initiative von anderen lokalen Klimaschutz-Bündnissen?
1. Es werden möglichst viele Unternehmen und weite Teile der Gesellschaft aktiv mit einbezogen. Dazu zählen Bürger*innen, Arztpraxen, Kulturelle Einrichtungen, Künstlerinnen, Kindergärten, Seniorenheime, Startup’s, Kleidergeschäfte, Bäckereien, Biomärkte, Bauernhöfe, IT-Unternehmen, Cafés, Umweltverbände, Hilfsorganisationen, Banken, Stiftungen etc.
2. Das Rad soll nicht neu erfunden werden. Das Konzept lässt sich einfach in anderen Städten übertragen.
Mit dieser Form der regionalen und bundesweiten Vernetzung können jetzt „alle“ an einem Strang ziehen und Zeit, Geld, Netzwerke, Ressourcen zusammenwerfen, um die wesentlichen politischen Rahmenbedingungen zu verändern.

Mit welchen Aktionen macht die AmH-Initiative die Wahl zur Klimawahl?
Der Offene Brief ist ein großer Teil der AmH-Initiative: Mit diesem
1. werden möglichst viele Unterstützer*innen für die regionalen Forderungen und die Initiative selbst gesammelt,
2. werden die Forderungen und die Initiative in der Stadt/im Landkreis bekannt gemacht,
3. wird die Politik aufgerufen, entsprechend Maßnahmen zu ergreifen.

Weitere Aktionen/Projekte:
– Jede/r vom Unterstützerkreis wird mit Flyern und Plakaten und digital mit Sharepics versorgt, um die Forderungen und die Initiative im eigenen Umfeld und über die eigenen Kanäle publik zu machen.
(Klima)Wahlhelfer/Wahlprüfsteine: Parteien und Kandidaten werden bewertet, inwieweit sie mit den Forderungen übereinstimmen.
– Wahlveranstaltung/Podiumsgespräch mit (OB-)Kandidaten mit Fokus auf die Forderungen
– Unterstützerkreis-Veranstaltung: Zum Kennenlernen und mit Best practice Austausch und World-Café
– Zeitungsanzeige schalten z.B. mit den Forderungen

Lassen sich Schwarm for Future, Bürgerbegehren, Petitionen oder andere Kampagnen mit AmH verbinden?
Ja!
Schwarm for Future: Es ließe sich z.B. eine AmH-Initiative mit den Schwarm-Forderungen starten mit Fokus auf (einen) bestimmte(n) Wahlkreis(e).
Es werden Unternehmen, Organisationen und Bürger*innen für den offenen Brief an den/die Wahlkreis-Abgeordneten gesammelt.
So ließe sich maximale Überzeugungsarbeit erzielen und ein dauerhaftes Bündnis etablieren.
Petitionen, Bürgerbegehren: Eine AmH-Initiative kann mit Hilfe des Unterstützerkreises breit streuen und Unterschriften sammeln und so zum nötigen Quorum verhelfen. Ähnlich wie das Vorhaben von 12062020 Olympia, das leider ausfiel.

Wieviel Aufwand und Zeit werden benötigt?
Unsere Erfahrungswerte sind unterschiedlich.
Aufwand/Teamgröße:
Es können bereits zwei Engagierte eine Initiative aufbauen, wie es in Hamburg bspw. der Fall war.
In Aachen, Bochum und Bielefeld hat man aus bereits bestehenden Klimabündnissen viele Leute mobilisieren können, die für bestimmte Aktionen abrufbar waren.
Zeitraum:
Je mehr Vorlaufzeit bis zur Wahl besteht, desto wirkungsvoller kann eine Initiative etabliert werden. Wir empfehlen einen Zeitraum von mindestens 2-12 Monaten.

München muss handeln hat sich 9 Monate vor der Wahl mit einem breit aufgestellten Team gegründet und konnte den Stadtrat als großes Bündnis von 450 Unternehmen für das Ziel „2035 Klimaneutralität für München“ überzeugen. Mit zahlreichen Aktionen wurde die Münchner Bevölkerung immer wieder zum „Mitmachen“ aufgerufen. Bielefeld hatte lediglich 2 Monate Zeit vor der Wahl und konnte einen großen Unterstützerkreis aufbauen und war mehrmals in der Presse. Auch so hat man bereits einen gewissen Einfluss aufs Wahlthema und die Wahlbeteiligung.

Macht es Sinn im Unterstützerkreis Spenden zu sammeln?
Ja! Das Fundraising bringt Bewegung und Motivation ins Netzwerk und ist somit Bestandteil einer AmH-Initiative. Es können Gelder genutzt werden für z.B. eine Person, die die Initiative koordiniert, für Flyer, Plakate, für eine Zeitungsanzeige und für einzelne Aktionen.

Kann man auch als kleine Gemeinde eine AmH-Initiative gründen?
Ja! Die wenigen Geschäfte und Unternehmen sind schnell angefragt. Der Fokus liegt daher eher auf Privatpersonen, die für die Initiative begeistert und gesammelt werden.
Noch besser: Habt ihr Kontakte zu umliegenden Gemeinden/Städten? Wenn die Möglichkeit besteht tut euch zusammen oder gründet gemeinsam eine AmH-Initiative für eure Region bzw. euren Landkreis. Wir helfen euch dabei!

Macht es Sinn eine Initiative nach der Wahl zu gründen?
Ja, denn es geht darum langfristig wirkungsvolle zivilgesellschaftliche Bündnisse aufzubauen, die von der lokalen Politik ernst genommen werden.

Besteht die Gefahr des Greenwashings?
Bisher sind in unseren Unterstützerkreisen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Größere ansässige Konzerne sollten vor Anfrage bzw. Aufnahme natürlich genauer unter die Lupe genommen und eventuell sollte gemeinsam abgestimmt werden. Solche Fälle gibt es aber kaum, sodass die Greenwashingfrage bisher nicht sonderlich groß aufkam. Im Gegenteil: In Vernetzungstreffen wurde uns deutlich, dass viele Unternehmen oft engagierter und einsichtiger sind als bisher angenommen.

Ist AmH ein gemeinnütziger Verein?
Wir sind mitten in der Vereinsgründung. Als Verein kann jede Initiative einen Unterverein gründen und sich ein Unterkonto einrichten. So wird es z.B. für Unternehmen interessanter euch mit Spenden zu unterstützen.

Wie geht’s weiter nach der Wahl?
– Es werden weiter Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen gesammelt (eventuell mit weiteren offenen Brief, Petition Bsp „Klimabündnis Bergstraße“)
– Fokus auf die Koalitionsverhandlungen, um bspw. Mitgestalter zu werden. Bsp. München. Koalitionsvertrag auswerten und weiteren offenen Brief mit Stellungnahme dazu aufsetzen. Bsp. Hamburg.
– Reihe Vernetzungstreffen, in denen Unternehmen und Organisationen bzgl ihrer sozial-ökologischen Schritte in Austausch kommen und voneinander lernen.
– Reihe Podiumsgespräche, in denen die Klimaschutzakteure und Engagierte des Netzwerkes mit Politikern über die Forderungen diskutieren.
– Bürgerbegehren, Volksabstimmungen, Petitionen etc. mit Hilfe des Unterstützerkreises zum Quorum verhelfen.

Was ist Aufgabe und Ziel der überregionalen Plattform „Alle müssen Handeln“ (AmH)?
Unsere Aufgabe ist es, das AmH-Konzept in anderen Städten vorzustellen und bei der Gründung neuer Initiativen zu unterstützen und zu begleiten.
Darüber hinaus ist unser nächstes Vorhaben ein offener Brief zur Bundestagswahl im Herbst 2021 um die Politik nach den bundesweiten Forderungen der FFF aufzurufen. Für diesen Aufruf vereinen wir die Unterstützerkreise aus allen Städten, um die bundesweiten Fridays for Future Forderungen kraftvoll zu unterstützen. Klimawahlhelfer zur Bundestagswahl, weitere bundesweite Aktionen.

Warum Bottum-up UND Top-down?
Städte sind für rund drei Viertel des weltweiten CO2-Austoßes verantwortlich. Ihnen kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Dennoch müssen bundesweit gesetzliche Rahmenbedingungen verändert werden, um den Städten, Gemeinden und Landkreisen den nötigen Handlungsspielraum zu ermöglichen.